Kukkakaalikeitto
how will u know i'm hurting when you cannot see my pain? to wear it on my body tells what words cannot explain
(C Blount)
7.3.06 20:15


Versucht es doch mal!, hätte Kitty in dem Augenblick schreien mögen. Traut euch doch einfach! Sagt doch etwas! Schweigt nicht immer bloß! Ich ertrage das Schweigen nicht. Die stummen Vorwürfe, die sie sich gegenseitig machen, die Magengeschwüre, die man in dieser Familie bekommt, weil man alles runterschluckt. Nichts ausspricht. Merkt ihr das nicht? Wieso sagt ihr immer, man kann sowieso nichts machen? Und ich? Ich soll das können, wenn ihr es selbst nicht schafft? Wie denn? Wie denn?
3.3.06 21:30


Ich hoffe, du siehst und hörst alles, was ich denke und an dich schreibe, Cilla. Sonst wäre alles so sinnlos. Damit meine ich nicht meine Gedanken und das, was ich schreibe, das ist alles scheißegal. Aber dass du mich hörst, das ist es, was wichtig ist. Dass du lebst, sonst wäre alles so sinnlos. Wenn der Tod tatsächlich der Tod wäre, dann wäre das Leben sinnlos. Aber ich weiss, dass du lebst. "Der Tod", das heißt doch nur, dass du woanders lebst.
(aus "Du fehlst mir, du fehlst mir!" von Peter Pohl & Kinna Gieth)
3.3.06 21:26


„Ihr seid schön aber ihr sei leer. Man kann für euch nicht sterben. Gewiss, ein Irgendwer, der vorüber geht könnte glauben, meine Rose ähnle euch. Aber in sich selbst ist sie wichtiger als ihr alle, da sie es ist, welche ich begossen habe.“
3.3.06 21:22


Die Winkelz?ge der Hoffnung und die Argumente der Vernunft erweisen sich angesichts der Besessenheit durch den Todesgedanken als unwirksam: in ihrer Bedeutungslosigkeit steigern sie lediglich die Todesgier. Es gibt nur eine Methode, dieser Gier Herr zu werden: sie auskosten bis zur Neige, alle ihre Wonnen und Schrecknisse ?ber sich ergehen zu lassen, nichts, aber auch gar nichts zu unternehmen, um ihr auszuweichen. Ein solches bis zur ?bers?ttigung erlebtes Besessensein durch den Tod hebt sich in seinen eigenen Exzessen wieder auf. Dadurch, dass es so lange in der Unendlichkeit des Todes verweilt, gelangt unser Denken dahin, den Tod abzunutzen, erf?llt es uns zuletzt mit Ekel vor ihm, mit jenem Zuviel an Negativem, das nichts verschont und das uns, ehe es mit dem Blendwerk des Todes aufr?umt, die Nichtigkeit des Lebens vor Auge f?hrt.
Wer sich noch niemals den Wonnen der Bangigkeit hingegeben hat, wessen Gedanken die Gefahren des eigenen Verl?schens noch nicht ausgekostet haben, wer den Geschmack grausam-s??en Zunichtewerdens nicht kennt, wird niemals vom Todeswahn genesen, sondern unausgesetzt von ihm gequ?lt werden, weil er ihm Widerstand geleistet hat. Wer sich hingegen an eine Disziplin des Schreckens gew?hnt hat und, ?ber seine Verwesung meditierend, sich entschlossen in Asche verwandelt hat, wird auf das Gewesensein des Todes zur?ckblicken und selbst nur ein Auferstandener von den Toten sein, der nicht mehr leben kann. Seine Methode wird ihn vom Leben und vom Tode geheilt haben.
Jede wesentliche Erfahrung ist unheilbringend: die Schichten der Existenz sind d?nn, und Arch?ologen des Herzens, die hier Grabungen unternehmen, sto?en zuletzt auf leere Unergr?ndlichkeiten. Vergebens werden sie sich nach dem so sch?nen ?u?eren Anschein zur?cksehnen.
So kommt es auch, dass die Mysterien der Antike, jene vermeintlichen Offenbarungen tiefster Geheimnisse, uns in Wahrheit keinerlei Erkenntnis hinterlie?en. Gewiss, die Eingeweihten waren gehalten, nichts an andere weiterzugeben. Unbegreiflich bleibt jedoch, dass kein einziger sich fand, der das Geheimnis ausplauderte; denn was w?re der menschlichen Natur entgegengesetzter als eine hartn?ckige Verschwiegenheit? Das hat seinen Grund darin, dass es ?berhaupt keine Geheimnisse gab; Riten gab es und fromme Schauder. Und waren die Schleier einmal gel?ftet ? was konnte da anderes zutage treten als inhaltslose Tiefen? Es gibt nur eine Einweihung: die Einweihung in das Nichts ? und in die L?cherlichkeit des Lebendigseins..
12.2.06 20:33


Gratis bloggen bei
myblog.de